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Dieser Fonds unterstützt Kinder und Jugendliche des siebenbürgischen Dorfes Holzmengen und Umgebung in den Bereichen Bildung, Beruf und Kultur.

Mittels vielfältiger Projekte bieten wir Hilfe für die nächste Generation und stellen damit die Weichen für die Zukunft der Minderheiten Rumäniens. Ohne Hilfe von außen ist es für die Kinder aus den dörflichen Gegenden Rumäniens nahezu unmöglich, weiterführende Schulen zu besuchen und Berufe und Fremdsprachen zu erlernen.

Der Fonds ist ein Projekt des Spree Agenten e.V. und wurde im Jahr 2008 von der Schauspielerin Susanne Berckhemer ins Leben gerufen. Es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem in Holzmengen ansässigen Vereins Hosman Durabil statt. Zur längerfristigen Umsetzung der Ziele dieses Fonds sind wir auf Spenden und Unterstützung angewiesen.

Aktuelles

Laufende Projekte 2010

After-School-Project – 2. Runde

Nach einer kleineren Pause ist unser After-School-Project in die zweite Runde gegangen.

Diesmal werden wir unsere Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe und den Englischkurs nur den jüngeren Schülern anbieten. Die Erfahrungen aus dem Vorjahr hatten gezeigt, dass die älteren Jugendlichen unser Angebot nicht regelmäßig oder in zu geringer Anzahl wahrnehmen, auch weil sie viel stärker in die landwirtschaftliche Arbeit eingebunden sind. Deshalb wollen wir uns nun auf die jüngeren Schüler konzentrieren.

Zu dieser längeren Pause kam es , da die jungen Lehrer unseres Projektes sich gegen eine Antihaltung der Lehrer der Dorfschule durchsetzen mussten, die ständig versucht haben unser Nachmittagsprogramm zu boykottieren: Termine wurden nicht weitergegeben oder wir wurden der Sachbeschädigung bezichtigt.

Nun haben sich diese internen Probleme geklärt. Unsere Nachmittagsschule wird von der Direktorin bedingungslos unterstützt und vor allem die Kinder haben sich in einer Versammlung dafür stark gemacht, dass unsere Lehrer weitermachen können.

Regelmäßige Backworkshops

Unser Partnerverein Hosman Durabil hat nach der Restaurierung der Mühle eine Bäckerei mit einem riesigen Holzofen geschaffen. Nun können die Bewohner Hosmans auch frisches Brot kaufen und müssen nicht mehr ausschließliches auf plastikverpacktes gummiartiges Weißbrot zurückgreifen. Das Brotbacken hat in den Romahaushalten keine Tradition.

Luiza, unsere gute Seele und Bäckerin, bietet nun ein Mal im Monat einen Backworkshop für die Kinder und Jugendlichen an. Die Kinder kommen in großen Scharen und sind immer sehr stolz, wenn sie ihre selbst gebackenen Kringel, Brötchen oder Brezeln mit nach Hause nehmen und verzehren können.

Geplante Projekte ab April 2010

Die folgenden Projekte können erst stattfinden, wenn wir die Räumlichkeiten der „Alten Mühle“ nutzen können -  also wenn nicht mehr geheizt werden muss.

Chor

Stefan Vaida und der Akkordeonspieler und Musikprofessor Doru Nitescu werden ab April einen Jugendchor in Hosman in Leben rufen. Ein Mal wöchentlich wird eine Chorprobe in der „Alten Mühle“ stattfinden. Die Musiklehrerin der Schule will diese Vorhaben unterstützen und es gibt schon viele Schüler, die sich auf den Chor freuen.

Wir wollten unbedingt einen Kurs im Bereich Musik anbieten, da die Kinder alle sehr musikalisch sind. Obwohl das Musizieren eine große Tradition in ihrer Kultur hat, spielt es in Hosmans Dorfleben zur Zeit keine Rolle. Das wollen wir natürlich ändern.

Wir beginnen nun mit einem Chor, da wir somit keine Musikinstrument anschaffen müssen, die verloren gehen oder kaputt gemacht werden können. Dann wird man weiter sehen.

Glasmalerei

Im Mail will Stefan Vajda einmalig einen Workshop Glasmalerei anbieten. Die Kinder werden alle ein selbstgemaltes Werk mit nach Hause nehmen können.

Bücher

Wir bereiten gerade eine große Buchbestellung vor. Jedes Kind in Hosman soll ein eigenes Buch bekommen. Lesen und Bücher spielen im Leben der meisten Kinder dort überhaupt keine Rolle. Wir wollen den Kindern vermitteln, dass Lesen etwas wunderschönes ist. Bücher ermöglichen jedem in eigene innere Räume entfliehen zu können und Neues zu erfahren, von dem man vorher nichts wusste.

Deshalb versuchen wir gerade für jede Klasse ein spannendes und passendes Buch zu finden. Wir beginnen mit einem eigenen Buch für jedes Kind. Unser Traum ist es natürlich eine Bücherei einzurichten, aber ausleihen und zurückgeben müssten wir dann erst üben.

Theater

Im Mai wird wieder ein Theaterworkshop unseres Vereines Spree Agenten in Hosman stattfinden.
Näheres dazu in Bälde.

Aktuelle Fotos - das After-School-Project 2009

Bilder von Susannes Reise nach Rumänien im Oktober 2008

Susanne Berckhemer zur Idee dieses Fonds

Ich stamme zur Hälfte aus einer siebenbürgisch-sächsischen Familie. Meine Mutter verbrachte ihre Kindheit in einem Dorf nahe Hermannstadt (Sibiu).
Die meisten Siebenbürger Sachsen verließen Rumänien zwischen 1965 und 1990 aufgrund der politisch wie wirtschaftlich prekären Situation. Sie entschieden sich für ein neues Leben in Deutschland. Doch dies hatte seinen Preis - den Verlust der Heimat, die den Siebenbürger Sachsen noch immer sehr am Herzen liegt.

Die verlassenen Dörfer wurden nun von neuen Minderheiten übernommen, die das Kulturgut der Region nicht zu pflegen wussten und wenig weiterentwickelten. Deshalb wirken viele der Dörfer wie aus einer anderen Zeit.

Ich möchte den Kindern und Jugendlichen in diesen Dörfern zu einem stärkeren Gefühl für die Schätze ihrer Region verhelfen. Schätze, die auch und vor allem in ihnen selbst zu finden sind. Sie sollen ein Bewusstsein für sich, ihre Geschichte und die ihres Landes entwickeln dürfen, um dessen Zukunft mitgestalten zu können.

Im Rahmen der „Kulturhauptstadt Europa Sibiu 2007“ habe ich gemeinsam mit dem Team der Berliner Spree Agenten, Hosman Durabil und den Kindern und Jugendlichen des Dorfes Holzmengen das Theaterstück „Ein Dorf erzählt... Zalina“ erarbeitet und zur Aufführung gebracht.

Die Kinder in Holzmengen haben mich damals sehr berührt. Wir haben für eine gemeinsame Sache gekämpft, intensive Momente erlebt, von und miteinander gelernt. Ihre Neugier, ihr Wunsch zu wachsen, der Wille zu lernen, all das ist bereits in diesen Kindern angelegt - nur erwartet hier niemand etwas von ihnen. Ich möchte dabei helfen, die Kinder zu fordern und zu fördern. Es soll ein gesundes Maß zwischen der Wertschätzung des Bestehenden und der Ermutigung zu Neuem entstehen.

Gemeinsam mit meinen Freunden und Hosman Durabil möchte ich Strukturen ins Leben rufen, die den individuellen Bedürfnissen gerecht werden und vor allem Minderheiten einbeziehen, die in der jetzigen rumänischen Gesellschaft keine Chance haben. Rumänien ist ein Land, das sich gestalten und einen eigenständigen Platz in der Europäischen Union finden muss. Diese Kinder sind das Rumänien von morgen. Nur wenn sie fähig sind, ihr Wissen und ihre Kreativität einzusetzen, können sie ihr Leben und somit das Land in Zukunft prägen.

Dies ist mein sehr persönlicher Weg, dem Land meiner Herkunft zu begegnen, den Geschichten und Traditionen meiner Familie Tribut zu zollen.

Mit diesem Fonds möchte ich Räume schaffen, in denen junge Menschen früh ernst genommen werden, um sich später ihren Träumen und ihrem Land zuwenden zu können.

„Ein Dorf erzählt... Zalina“ – Die Initialzündung für den Fonds

Das Theaterprojekt „Ein Dorf erzählt… Zalina“ wurde im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa Sibiu 2007 in Holzmengen realisiert. Die Vorbereitungen für dieses Theaterereignis, das mit dem Exzellenzpreis für das beste Programm der Kulturhauptstadt 2007 ausgezeichnet wurde, dauerten zwei Jahre.
Zalina Plakat
In diesem Zeitraum entstanden aus ersten Begegnungen tiefere Bekanntschaften und Freundschaften. Dass so viele Kinder eine beeindruckende Entwicklung von den Proben zur bejubelten Aufführungen durchmachten, war ein Nebeneffekt, der den Initiatoren in seiner Dimension im Vorfeld nicht bewusst war.

Diese wissbegierigen Kinder nutzten jede Chance, sich zu entwickeln. Sie brachten den Theatermachern trotz aller Sprachbarrieren ein Vertrauen entgegen, wie es niemand erwartet hatte. Die Kinder entpuppten sich als kreativ, verspielt, neugierig und intelligent. Es wurden Seiten offen gelegt, für die im Alltag aufgrund der schweren Lebensbedingungen zu wenig Raum ist.

Die geweckten Wünsche, Träume und Talente nicht wieder verebben zu lassen ist einer der Gründe dafür, weshalb dieser Fonds ins Leben gerufen wurde. Zahllose Kunstprojekte profitieren heute vom „authentischen Leben“ weniger entwickelter Regionen. Doch nach den gemeinsamen Erfahrungen bleiben oft enttäuschte Hoffnungen und Leere zurück.

Dieser Fonds möchte einen verantwortlichen Umgang mit „site-specific-Art“ garantieren. Die Beteiligten sollen sich nicht nur für die Dauer eines Projekts einbezogen und geschätzt fühlen.