Die Förderpraxis

Die Projekte, Workshops und Unterrichte werden von erfahrenen Lehrern, Handwerkern oder Workshopleitern aus Rumänien und Deutschland umgesetzt. Um den Missbrauch dieses Fonds für private Zwecke auszuschließen, wird das Geld erst nach Vorlage eines Verwendungsnachweises an die Eltern oder Kinder ausbezahlt. Es wird monatliche Sprechstunden für die Bewohner vor Ort geben, die den akuten Bedarf oder neue Förderprojekte betreffen. Wir werden hier auf dieser Seite über den aktuellen Stand berichten.

Laufende Projekte 2010

After School Project geht 2010 in die 3. Runde - Bilder

Neues Theaterstück: Puternicul - der Starke

Der Fonds gibt einen finanziellen Beitrag zum aktuellen Theaterprojekt der Spree Agenten in Hosman/ Berlin.

Die erste Phase der Stückentwicklung fand im Juni 2010 in Hosman statt. Zehn Tage lang haben acht junge Berliner und acht Jugendliche aus Hosman unter der Regie von Susanne Chrudina eine erste Version des Stückes erarbeitet. Im Dezember 2010 kommen die rumänischen Jugendlichen nach Berlin und nach weiteren 10 Tagen gemeinsamer Arbeit wird das Endergebnis Puternicii-Die Starken am 9., 10. und 11. Dezember in der Box des Deutschen Theaters Berlin präsentiert.

PUTERNICUL - DER STARKE ist eine Theater-Videoperformance, die mit einem Ensemble junger Rumänen aus dem siebenbürgischen Dorf Holzmengen, jungen Deutschen aus Berlin und professionellen Schauspielern entwickelt wird. Die Auseinandersetzung mit Identität und Realität beginnt bei der Person des Spielers, die sich als Avatar, Comicfigur oder Superheld neu entwirft. Ausgehend von diesen utopischen Entwürfen werden Antworten auf die Frage gesucht, in welchem Verhältnis unsere Lebenswirklichkeit zu virtuellen Universen steht. Inwieweit werden – bewusst oder unbewusst – Strukturen, Normen und Hierarchien der gegenwärtigen Gesellschaft in Parallelwelten übertragen? Welche Ideale können dort verwirklicht werden? Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit? Grenzenloser Reichtum, Erfolg, Schönheit? Wer kann diese Ziele erreichen? Wer wird diskriminiert?

PUTERNICUL - DER STARKE verwebt zwei Erzählebenen, zum einen - ausgehend von der konkreten Lebensrealität des jungen Ensembles - die Welt der Spieler mit ihren Wünschen, Ängsten und Fantasien und zum anderen die virtuelle Welt des verheißungsvollen Computerspiels, in das alle Avatare immigriert sind. PUTERNICUL – DER STARKE spielt dabei mit Mitteln des Comics, des Videospiels, der Animation und des Figurentheaters. Grenzen verwischen, reale Spieler kommen mit virtuellen Figuren in Kontakt, Theater und digitale Oberfläche treten in einen Dialog.

Niculae kann weiterhin zur Schule gehen

Der 17 Jahre alte Niculae stammt aus einer traditionellen Zigeunerfamilie. Er ist ein sehr guter Schüler und hat die Aufnahme in die 9. Klasse eines der besten Gymnasien Sibius (Lyceum Octavian Goga) bestanden.

Den Eltern fehlt das nötige Geld und wollten ihn nun lieber nach Italien zum arbeiten mitnehmen. Durch unsere Unterstützung wir er nun seine Schulausbildung fortsetzen und auch einen Deutschkurs in Sibiu besuchen können. Das freut uns sehr.

Bilder unseres alle 2 Monate stattfindenden Backworkshops

Chor und Musik April - Juni 2010

Von April bis Juni 2010 gab es mehrere kleine Musikworkshops mit Stefan Vaida (Gesang) oder Thorsten Werner (Percussion).

Unser großes Ziel ist es, eine regelmäßige Chor-  oder Musikstunde einzurichten, da die Kinder eigentlich sehr musikalisch sind, es aber weder in den Familien noch in den Schulen praktiziert oder gefördert wird. Wir wollen eine Gruppe bzw. eine Gemeinschaft schaffen, zu der man gerne dazugehören will.

Wir sind immer noch auf der Suche nach den Menschen, die diese Gruppe für wenig Geld regelmäßig in Hosman leiten möchten und können.

Bücher für alle

Es wurden nun für alle Schüler der Schule in Hosman Bücher bestellt, die sie vor Weihnachten von uns bekommen.

Jeder Jahrgang bekommt ein passendes Werk der spannenden oder bewegenden zeitgenössischen Literatur. Und wenn nur ein paar Schüler für sich bemerken, dass das eintauchen und versinken in Bücher eine große Freiheit und einen großen Genuss bedeutet und sie sich weiterhin für Literatur interessieren, dann hat sich diese Investition schon gelohnt.

Denn unser eigentlicher Traum eine schulinterne Bibliothek aufzubauen, wird auf Grund der fragwürdigen Leihkultur und des mangelnden Engagements der ortsansässigen Lehrer (nicht unsere Lehrer) nicht realisierbar sein.

Bereits durchgeführte Projekte und Aktionen:

weitere Projekte 2009/2010

After-School-Project – 2. Runde + Einführung eines Backworkshops
Nach einer kleineren Pause ist unser After-School-Project in die zweite Runde gegangen.

Diesmal werden wir unsere Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe und den Englischkurs nur den jüngeren Schülern anbieten. Die Erfahrungen aus dem Vorjahr hatten gezeigt, dass die älteren Jugendlichen unser Angebot nicht regelmäßig oder in zu geringer Anzahl wahrnehmen, auch weil sie viel stärker in die landwirtschaftliche Arbeit eingebunden sind. Deshalb wollen wir uns nun auf die jüngeren Schüler konzentrieren.

Zu dieser längeren Pause kam es , da die jungen Lehrer unseres Projektes sich gegen eine Antihaltung der Lehrer der Dorfschule durchsetzen mussten, die ständig versucht haben unser Nachmittagsprogramm zu boykottieren: Termine wurden nicht weitergegeben oder wir wurden der Sachbeschädigung bezichtigt.

Nun haben sich diese internen Probleme geklärt. Unsere Nachmittagsschule wird von der Direktorin bedingungslos unterstützt und vor allem die Kinder haben sich in einer Versammlung dafür stark gemacht, dass unsere Lehrer weitermachen können.

Regelmäßige Backworkshops

Unser Partnerverein Hosman Durabil hat nach der Restaurierung der Mühle eine Bäckerei mit einem riesigen Holzofen geschaffen. Nun können die Bewohner Hosmans auch frisches Brot kaufen und müssen nicht mehr ausschließliches auf plastikverpacktes gummiartiges Weißbrot zurückgreifen. Das Brotbacken hat in den Romahaushalten keine Tradition.

Luiza, unsere gute Seele und Bäckerin, bietet nun alle 2 Monate einen Backworkshop für die Kinder und Jugendlichen an. Die Kinder kommen in großen Scharen und sind immer sehr stolz, wenn sie ihre selbst gebackenen Kringel, Brötchen oder Brezeln mit nach Hause nehmen und verzehren können.

Aktuelle Fotos - das After-School-Project 2009

Juli 2009

Das After-School-Project in Hosman geht in die Sommerpause - ein Resumee
Seit November 2008 haben wir mit den Geldern des Fonds 2x wöchentlich das „After-School-Project" an der Gesamtschule in Hosman finanziert und durchgeführt. Unter der Leitung von Romulus Cipariu, einem jungen ambitionierten Lehrer, Germanisten und Musiker wurde für die Schüler Hosmans an zwei Nachmittagen der Woche eine Mischung aus Hausaufgabenbetreuung, individueller Nachhilfe und Spaß, in Form gemeinsamen Musizierens und Bastelns angeboten. Unterstützt wurde er dabei von Juliana in den naturwissenschaftlichen Bereichen und Ramona im Fach Englisch

Ganz nebenbei sollte natürlich vermittelt werden, dass Lernen Spaß machen, Bildung wichtig ist und große Freiheiten damit verbunden sind.

Das Nachmittagsprogramm fand bei den Kindern und Eltern großen Anklang. Zwischen zwanzig und vierzig Kindern fanden sich Woche für Woche zusammen, um freiwillig nach dem Regelunterricht noch mal in die „Schule" zu gehen.

Vor allem in den unteren Klassen haben viele Kinder großen Schwierigkeiten in den Bereichen Lesen und Schreiben. Mit unseren Nachmittagskursen konnten wir gute Hilfestellung geben. Die regulären Lehrer legen oft keinen Wert darauf, dass sich alle Schüler auf dem gleichen, vorgegebenen Wissensstand bewegen. Geprägt von negativen Erfahrungen und großen Vorurteilen gegen die Roma machen sie ihren Unterricht nach Plan, wer auf der Strecke bleibt, hat Pech gehabt.

Dazu kommt, dass viele Eltern selbst keine Schulbildung genossen haben und oft keinen Wert darauf legen, ob die Kinder zu Hause lernen oder Hausaufgaben machen oder nicht. Im Gegenteil, sie arbeiten dagegen.

Deshalb ist dieses „After-School-Project" so wichtig, es kann individuell auf die Schwierigkeiten der Kinder eingegangen werden und den Schülern Lust auf Schule und Wissen machen.

Auch im Bereich der Fremdsprache Englisch wurden große Fortschritte gemacht. Im Gegensatz zum regulären Unterricht basiert unser Umgang mit der Sprache Englisch zu großen Teilen auf Konversation. So haben die Kinder erstmals ein Gefühl für den Klang der Sprache bekommen und waren begeistert, diese Fremdsprache nun auch anwenden zu können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Projektes waren die geselligen Stunden, in denen vor allem vor Weihnachten und Ostern viel gesungen und gebastelt wurde. Es ging darum, einen Zusammenhalt in der Gruppe zu schaffen, eine Gruppe,die jenseits aller sozialen oder ethnischen Problematiken funktioniert.

Die Kinder waren begeistert und wünschen sich eine Fortsetzung unseres Nachmittagsunterrichtes.

Unser Ziel ist es natürlich diese Nachmittagskurse weiterzuführen und auszubauen, wenn es die finanzielle Situation des Fonds zulässt. Wir werden die Sommerpause nutzen unser Projekt zu überarbeiten und zu evaluieren. Im September 2009 starten wir dann wieder mit neuer Energie und vielen guten Ideen.

November 2008

Seit November 2008 gibt es 2x wöchentlich das "After-School-Project" in Hosman.
Drei junge Lehrer aus Hermannstadt geben den Schülern in Hosman 2x wöchentlich die Möglichkeit nachmittags nochmals in die Schule zu gehen. Diese Nachmittagsschule beinhaltet Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Englischunterricht und Gruppenarbeit in kreativen Bereichen. Wir geben den Kindern die Möglichkeit Fragen zu stellen und Wissenslücken zu füllen, die im normalen Schulalltag keinen Raum finden, da die Lehrer von Vorurteilen und negativen Erfahrungen geprägt, auf einen gemeinsamen Wissensstand keinen Wert legen.

Wir wollen den Kindern die Lust an Wissen und die Wichtigkeit von Bildung vermitteln. Wie wollen dazu beitragen, dass sie eine weiterführende Schule besuchen und/oder einen Beruf erlernen. Die letzten Monate wurde unser Projekt sowohl von den Schülern, wie auch den Eltern gut angenommen. Zwischen 30-50 Schüler nahmen jede Woche am "After-School-Project" teil. Wir verstehen uns in diesem Projekt als Impulssetzer, als "Helfer" zur Selbsthilfe.

Bilder von Susannes Reise nach Rumänien im Oktober 2008

Oktober/November 2007

Sprachunterricht und Praktikum in Berlin für Alin Deju aus Holzmengen.
Alin Deju (20) konnte durch unsere Bemühungen mehrere Wochen in Berlin verbringen. Er durfte bei der ZDF-Telenovela „Wege zum Glück“ ein dreiwöchiges Praktikum im Bereich Maske und Kostüm absolvieren. Neben dem Deutschunterricht, wurde er durch den Fonds bei der Finanzierung seiner Friseurausbildung in Rumänien unterstützt.

April bis Ende August 2007

Vorbereitung, Proben und Aufführungen von „Ein Dorf erzählt... Zalina“
Fünf Berliner Theaterkünstlerinnen begaben sich auf Spurensuche nach Rumänien. In Holzmengen erzählten die Menschen aus ihrem Leben. Entstanden ist ein Stationentheater mit Schauspielern und den Kindern und Jugendlichen Holzmengens.

ZALINA - ein märchenhaftes Stück über das wahre Leben in einem transsilvanischen Dorf. Im Kampf um Illusionen, gegen das Vergessen und Verstummen, hilft nur das Erzählen von Geschichten, bis es selbst jene rührt, die still saßen.

Dieses Projekt wurde neben privaten Einlagen vom Fonds „Erinnerung und Zukunft“ und der Robert Bosch Stiftung mit dem Programm „Geschichtswerkstatt Europa“, der Schering Stiftung und dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt finanziert.

Kooperationspartner: Hosman Durabil, Nationaltheater „Radu Stanca“ Sibiu, Deutsches Kulturzentrum Hermannstadt